Der Kirchenvorstand

 

Was ist eigentlich der Kirchenvorstand?

Brauchen wir ihn überhaupt?

Sind das alles nur Ja-Sager, die brav tun, was der Pfarrer will?

Nun, so wird zwar manchmal leichtfertig geurteilt, aber die Wirklichkeit sieht ganz anders aus.

 

Aufgaben

Die Aufgaben des KV sind in Artikel 35 der Grundordnung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck geregelt. Gemeinsam haben die Mitglieder der Kirchenvorstände von Specksinkel und Erksdorf und Pfarrer Michael Fenner folgende Aufgaben:

1. Sie überwachen die Verkündigung von Wort und Sakrament in der Gemeinde.

2. Sie tragen Sorge für die christliche Erziehung und Unterweisung der Jugend.

3. Sie nehmen sich der Schutz- und Hilfsbedürftigen in der Gemeinde an.

4. Sie fördern die Dienste und Werke der Kirche in der Gemeinde.

5. Sie achten auf die Heiligung von Sonn- und kirchlichen Feiertagen und auf die Einhaltung der gottesdienstlichen Ordnungen.


Beispiel

Dies hört sich alles etwas formalistisch an und ist auch ein wenig verschwommen. Einige praktische Beispiele sollen die Arbeit verdeutlichen:

a) Der Kirchenvorstand entscheidet z.B. über die Gottesdienstzeiten in Speckswinkel und Erksdorf ( 9.30 Uhr und 10.30 Uhr im Wechsel beider Ortsteile).

b) Der KV verwaltet das Vermögen der Kirchengemeinde (Pachtverträge, Höhe der Pacht, Kauf oder Verkauf von kircheneigenen Grundstücken, Kreditaufnahmen, Sicherung von Verzinsung und Tilgung).

c) Der KV regelt die Vergabe von Bauaufträgen bei Umbauten und Renovierungen und klärt im Zusammenarbeit mit dem Kirchenkreis und der Landeskirche die Finanzierung dieser Baumaßnahmen.

d) Der KV sorgt für die Unterhaltung der beiden Kirchen und Gemeindehäuser in Speckswinkel und Erksdorf. Dabei sind laufende Reparaturen zu veranlassen. Es muß für Strom, Gas, Wasser gesorgt werden, die Gebäude müssen den baupolizeilichen Vorschriften entsprechen und Versicherungen für Brand-, Wasser- und Sturmschäden müssen vorhanden sein.

e) Der KV beschließt alljährlich den Haushaltsplan der Kirchengemeinde und prüft am Ende des Haushaltsjahres, ob das Geld auch so verwendet wurde, wie es im Haushalt vorgesehen war.

f) Der KV stellt Mitarbeiter der Kirchengemeinde ein und regelt und beaufsichtigt ihre Dienstführung. Bei der Berufung eines neuen Pfarrers entscheidet er in enger Abstimmung mit der Landeskirche.

Man sieht, es sind vielfältige Aufgaben zu bewältigen, die regelmäßige Sitzung erfordern. Auch wenn viele Abstimmungen einstimmig erfolgen, so müssen sie gründlich vorbereitet werden. Viele Entscheidungen werden ausführlich und z.T. sehr kontrovers diskutiert. Bei schwierigen Fragen wird eine Frage in zwei oder auch drei Sitzungen diskutiert und erst dann entschieden. So haben die Mitglieder des KV vier oder sogar acht Wochen Zeit, sich den Sachverhalt zu überlegen und zu einem sachbezogenen Urteil zu kommen.

Auf den folgenden Seiten finden Sie Informationen über aktuelle Themen sowie die Aufgabenverteilung innerhalb der Kirchenvorstände von Speckswinkel und Erksdorf.